Die Geschichte des Kunstvereins

Ärzte, Juristen und Kaufleute gründeten 1840 einen Rostocker Kunstverein, der sich das Ziel setzte, Ausstellungen, insbesondere von Ölgemälden, zu organisieren.


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Der Kunstverein zu Rostock e.V. mit seinen etwa 100 Mitgliedern betreibt die Galerie Amberg 13 und präsentiert an diesem Ort jährlich 8-10 Ausstellungen mit zeitgenössischen Positionen der Bildenden Kunst. Damit sehen wir uns seit der Neugründung des Vereins im Jahre 1992 durchaus bewusst in der Tradition des bereits 1840 gegründeten Kunstvereins, der zu den ältesten und traditionsreichsten seiner Art in Deutschland gehört.
Zur Tradition des Vereins gehört eine Vielfalt der präsentierten künstlerischen Positionen, die den lebendigen Austausch zwischen Künstlern und Kunstinteressierten über mehrere Generationen befördert. Die Kommunikation zwischen Jüngeren und Älteren, Künstlern und Kunstinteressierten ist auch ein Schwerpunkt der Arbeit des Vorstandes aus acht Vereinsmitgliedern im Alter zwischen 30 und 93 Jahren.
Die Planung des Ausstellungsprogramms erfolgt mit jährlichen Schwerpunktsetzungen sowohl auf der Grundlage kuratierter Ausstellungskonzepte, als auch unter Berücksichtigung von Bewerbungen von (vor allem auch überregionalen) Künstlern. Neben den Ausstellungen in der Galerie finden unregelmäßig auch Präsentationen in anderen Ausstellungsräumen statt.

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Künstlergespräche und Konzerte finden regelmäßig in den Galerieräumen statt. Mit der Beteiligung an Aktionen des Quartiers der Rostocker Altstadt, wie der Kunstnacht im Mai oder der Winterserenade im Januar können wir immer wieder auch neue Besucher gewinnen, die nicht unbedingt zum traditionellen Kreis der Kunstinteressierten gehören.
Neben dem „Kerngeschäft“ des Galeriebetriebes versuchen wir gemeinsam mit Kooperationspartnern die Position der zeitgenössischen Bildenden Kunst in Rostock zu stärken.

Die OZ-Kunstbörse ist eine Aktion, die der Kunstverein gemeinsam mit der Ostsee-Zeitung organisiert. Seit 1993 werden hier jedes Jahr 13 Künstlerinnen und Künstler aus oder mit Bezug zu Mecklenburg-Vorpommern in einer Sonderbeilage der Zeitung mit journalistischen Porträts umfangreich vorgestellt. Eine Versteigerung von Werken der beteiligten Künstler ist Abschluss der Aktion und stellt auch eine unmittelbare Künstlerförderung dar. Der Erlös wird zur Unterstützung eines Stipendiatenprogramms für Kunststudierende eingesetzt.
Seit 2015 ist der Kunstverein organisatorischer Träger der ILLUSTRADE – eines Festivals für Illustration, das als Biennale von einer Gruppe Rostocker Enthusiasten organisiert wird und zahlreiche Kulturstandorte der Stadt einbindet. In der zweiten Auflage 2017 konnte die Rostocker Kunsthalle und in der dritten Auflage 2019 das Volkstheater Rostock als Hauptstandort gewonnen werden.
Der Standort der Galerie Amberg 13 beherbergt auch zwei Stipendiatenateliers der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Zu den Ausstellungseröffnungen in der Galerie des Kunstvereins öffnen regelmäßig die anwesenden Stipendiaten ihre Ateliertüren und gewähren einen Einblick in ihre aktuelle künstlerische Praxis. Dies hat den positiven Effekt der Vermischung und Begegnung verschiedener Publikumsgruppen. Alle zwei Jahre präsentieren wir die künstlerischen Positionen aller Stipendiaten in einer gemeinsamen Ausstellung.

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Eine kontinuierliche Zusammenarbeit gibt es auch mit Einrichtungen der künstlerischen Bildung wie der Kunst.Schule.Rostock und der Designakademie Rostock. Studierende des Fachbereiches Illustration der Designakademie erarbeiteten 2015 einen illustrierten Katalog im Rahmen der Ausstellung von Walter Trier.
Eine besondere Kooperation ergab sich 2016-2018 mit der Jüdischen Gemeinde in Rostock. Fünf Künstlerinnen und Künstler des Kunstvereins realisierten die originalgrafische Gestaltung einer Estherrolle für die Gemeinde.

Die etwa 300 Arbeiten umfassenden Grafiksammlung des Kunstvereins wird gepflegt und durch Ankäufe und Schenkungen – vor allem aus dem laufenden Ausstellungsbetrieb heraus – kontinuierlich erweitert.

Zum 800jährigen Stadtjubiläum Rostocks präsentierten wir 2018 ein komplettes Programm von Ausstellungen, die eine Korrespondenz verschiedener zeitgenössischer Positionen der Bildenden Kunst in Rostock vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart umfassen.
Dieses besondere Engagement für unsere Heimatstadt beinhaltet aber auch immer eine kritische Begleitung der Kulturpolitik in Kommune und Land. So setzen wir uns z.B. für den Erhalt des ehemaligen Städtischen Museums, dass maßgeblich auf Initiative des historischen Kunstvereins zu Beginn des 20 Jahrhunderts gegründet wurde, ein.

Der Kunstverein zu Rostock organisiert sich fast ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis.

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